Du denkst beim Thema Investieren sofort an große Summen, Börsenprofis und Menschen, die mal eben 10.000 Euro auf ihrem Konto liegen haben? Dann bist du definitiv nicht allein.
Vielleicht denkst du: „Was soll ich denn bitte mit 50 Euro im Monat anfangen?“
Mehr, als du vielleicht denkst.
Denn Investieren ist längst nicht mehr nur etwas für Menschen mit einem dicken Bankkonto. Du kannst auch mit kleinen Beträgen anfangen und dir Schritt für Schritt ein Vermögen aufbauen. Entscheidend ist dabei nicht, ob du heute schon viel Geld hast, sondern dass du überhaupt anfängst und eine Strategie findest, die zu deinem Budget passt.
Und nein: Du musst dafür nicht jeden Morgen irgendwelche Börsenkurse studieren. 😅
In diesem Artikel zeige ich dir, wie du mit wenig Geld investieren kannst, welche Möglichkeiten es gibt und worauf du gerade als Anfänger achten solltest.
Kann man wirklich mit wenig Geld investieren?
Ja.
Du brauchst nicht erst 5.000 oder 10.000 Euro auf deinem Konto, bevor du dich mit dem Thema Investieren beschäftigen darfst.
Viele Anlageformen lassen sich mittlerweile bereits mit kleinen monatlichen Beträgen nutzen. Besonders bekannt sind Sparpläne, bei denen du regelmäßig einen festen Betrag investierst.
Das können zum Beispiel 25, 50 oder 100 Euro im Monat sein.
Natürlich werden aus 50 Euro nicht über Nacht 50.000 Euro. Das wäre schön – dann hätten wir vermutlich alle schon längst ausgesorgt.
Der Vorteil liegt vielmehr darin, dass du regelmäßig investierst und dein Geld langfristig für dich arbeiten lässt.
Dabei können zwei Dinge eine wichtige Rolle spielen:
Zeit und regelmäßiges Investieren.
Je länger dein Geld investiert bleibt, desto länger kann es grundsätzlich von möglichen Wertsteigerungen und dem sogenannten Zinseszinseffekt profitieren.
Wichtig ist allerdings auch: Investieren ist immer mit Risiken verbunden. Kurse können steigen, aber genauso fallen. Es gibt keine Garantie auf Gewinne.
Warum kleine Beträge trotzdem sinnvoll sein können
Stell dir vor, du hast jeden Monat 50 Euro übrig.
Du könntest die 50 Euro einfach auf deinem Girokonto liegen lassen. Oder du entscheidest dich dafür, regelmäßig einen Teil davon zu investieren.
Der einzelne Betrag wirkt vielleicht zunächst klein.
Aber über mehrere Jahre summiert sich das.
Bei 50 Euro monatlich würdest du beispielsweise ohne Berücksichtigung von Rendite innerhalb von zehn Jahren 6.000 Euro einzahlen.
Bei 100 Euro monatlich wären es bereits 12.000 Euro.
Und wenn dein investiertes Geld zusätzlich eine positive Rendite erzielt, könnte daraus langfristig mehr werden.
Aber genau hier kommt der wichtige Punkt:
Eine Rendite ist niemals garantiert.
Die tatsächliche Entwicklung hängt unter anderem von der Anlage, der Marktentwicklung, den Kosten und dem Zeitraum ab.
Deshalb solltest du nicht mit irgendwelchen Versprechen wie „aus 50 Euro werden garantiert 100.000 Euro“ rechnen.
Solche Versprechen sind meistens ein ziemlich gutes Zeichen dafür, dass du lieber schnell wieder den Rückwärtsgang einlegen solltest.
Mit welchem Betrag kann ich anfangen?
Das hängt von deiner persönlichen finanziellen Situation ab.
Es gibt nicht den einen perfekten Betrag.
Wenn du nur 25 Euro monatlich investieren kannst, ist das vollkommen in Ordnung.
Wenn du 50 Euro investieren kannst, ebenfalls.
Und wenn du später dein Einkommen erhöhst und 100 oder 200 Euro monatlich investieren kannst, kannst du deinen Sparplan entsprechend anpassen.
Wichtiger als eine möglichst hohe Summe ist, dass du dich mit dem Betrag wohlfühlst.
Investiere niemals Geld, das du kurzfristig für Miete, Lebensmittel, Rechnungen oder andere wichtige Ausgaben brauchst.
Bevor du langfristig investierst, kann es sinnvoll sein, zunächst deine finanzielle Basis zu schaffen.
Dazu gehört beispielsweise ein Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben sowie – je nach persönlicher Situation – eine finanzielle Rücklage für unerwartete Kosten.
Denn wenn plötzlich die Waschmaschine kaputtgeht und dein komplettes investiertes Geld gerade im Minus steht, möchtest du nicht gezwungen sein, deine Anlagen genau in diesem Moment verkaufen zu müssen.
Möglichkeit 1: Mit einem ETF-Sparplan anfangen
Eine Möglichkeit, mit kleinen Beträgen langfristig zu investieren, ist ein ETF-Sparplan.
ETF steht für „Exchange Traded Fund“. Vereinfacht gesagt bildet ein ETF einen bestimmten Index oder Markt ab.
Statt einzelne Aktien kaufen zu müssen, kannst du mit einem breit gestreuten ETF beispielsweise gleichzeitig in viele verschiedene Unternehmen investieren.
Das kann für Anfänger interessant sein, weil du dadurch nicht selbst einzelne Unternehmen auswählen musst.
Ein bekanntes Beispiel sind ETFs, die einen weltweiten Aktienindex abbilden.
Bei einem Sparplan legst du fest, welchen Betrag du regelmäßig investieren möchtest.
Zum Beispiel:
50 Euro monatlich → ETF-Sparplan → langfristig investieren
Dabei kaufst du nicht jeden Monat unbedingt eine komplette Aktie oder einen kompletten ETF-Anteil. Bei vielen Anbietern sind auch Bruchstücke möglich.
Das macht das Investieren mit kleinen Beträgen überhaupt erst so einfach.
Aber Achtung: Ein ETF ist nicht automatisch sicher
Das Wort ETF klingt für viele Menschen zunächst ziemlich technisch und vielleicht sogar ein bisschen langweilig.
Aber auch ein ETF kann deutlich an Wert verlieren.
Wenn du beispielsweise einen Aktien-ETF kaufst, bist du den Schwankungen des Aktienmarktes ausgesetzt.
Deshalb solltest du nur Geld investieren, das du langfristig nicht benötigst.
*Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision – für dich entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten.
Möglichkeit 2: Einzelne Aktien kaufen
Du kannst natürlich auch einzelne Aktien kaufen.
Dabei investierst du direkt in ein bestimmtes Unternehmen.
Das kann interessant sein, bedeutet aber gleichzeitig ein höheres Einzelwertrisiko.
Wenn du beispielsweise nur Aktien eines Unternehmens besitzt und dieses Unternehmen wirtschaftliche Probleme bekommt, kann sich das deutlich auf dein Investment auswirken.
Bei kleinen Beträgen ist deshalb besonders wichtig, nicht einfach irgendeine Aktie zu kaufen, nur weil sie gerade überall auf Social Media auftaucht.
„Diese Aktie geht bestimmt durch die Decke!“ ist keine Anlagestrategie.
Mach dir stattdessen Gedanken darüber, was du eigentlich erreichen möchtest und welches Risiko du bereit bist zu tragen.
Möglichkeit 3: Erst einmal investieren lernen
Und jetzt kommt etwas, das viele beim Thema Investieren vergessen:
Du musst nicht sofort dein Geld investieren.
Du kannst auch zunächst dein Wissen investieren.
Gerade am Anfang ist es sinnvoll, sich mit grundlegenden Fragen zu beschäftigen:
- Was ist eine Aktie?
- Was ist ein ETF?
- Was bedeutet Diversifikation?
- Was ist ein Sparplan?
- Welche Kosten können entstehen?
- Was bedeutet Risiko?
- Wie lange möchte ich mein Geld investieren?
- Wie funktioniert der Zinseszinseffekt?
Du musst dafür übrigens kein Finanzstudium absolvieren.
Du solltest aber verstehen, in was du dein Geld steckst.
Denn nur weil jemand auf TikTok oder Instagram behauptet, dass eine bestimmte Anlage „garantiert“ reich macht, bedeutet das noch lange nicht, dass es stimmt.
Wie viel Geld sollte ich monatlich investieren?
Hier gibt es keine magische Zahl.
Ein sinnvoller Betrag hängt unter anderem von deinem Einkommen, deinen Ausgaben, deinen finanziellen Zielen und deiner Risikotoleranz ab.
Du könntest beispielsweise zunächst deine monatlichen Ausgaben betrachten.
Angenommen, du verdienst 1.800 Euro netto und hast nach allen wichtigen Ausgaben noch 100 Euro übrig.
Dann musst du nicht automatisch die kompletten 100 Euro investieren.
Vielleicht möchtest du 50 Euro investieren und 50 Euro für andere Ziele zurücklegen.
Oder du startest mit 25 Euro und erhöhst den Betrag später.
Das Wichtigste:
Dein Sparplan sollte zu deinem Leben passen – nicht dein Leben zum Sparplan.
Du solltest nicht jeden Monat verzweifelt versuchen, irgendwo 100 Euro herauszuquetschen, nur damit dein Depot größer aussieht.
Was ist, wenn ich nur 25 Euro habe?
Dann kannst du auch mit 25 Euro anfangen.
Viele Menschen denken beim Investieren in großen Beträgen.
10.000 Euro.
50.000 Euro.
100.000 Euro.
Aber Vermögensaufbau beginnt nicht zwingend mit einem riesigen Startkapital.
Er beginnt häufig mit einer Entscheidung:
Ich beschäftige mich mit meinem Geld und fange an, langfristig zu denken.
25 Euro im Monat wirken vielleicht unspektakulär.
Aber 25 Euro regelmäßig über viele Jahre sind etwas völlig anderes als 25 Euro einmalig.
Und wenn sich deine finanzielle Situation irgendwann verändert, kannst du den Betrag erhöhen.
Der Zinseszinseffekt: Warum Zeit so wichtig ist
Vielleicht hast du schon einmal vom Zinseszinseffekt gehört.
Vereinfacht bedeutet er: Erträge können wiederum Erträge erwirtschaften.
Ein einfaches Beispiel:
Du investierst Geld und erzielst damit eine Rendite. Wenn diese Erträge im Investment bleiben, können sie wiederum an der weiteren Entwicklung teilnehmen.
Über einen langen Zeitraum kann dieser Effekt einen Unterschied machen.
Deshalb ist beim langfristigen Investieren nicht nur die Höhe deiner monatlichen Einzahlung interessant.
Auch die Zeit spielt eine wichtige Rolle.
Ein früher Start mit kleinen Beträgen kann daher sinnvoller sein als jahrelang auf den perfekten Zeitpunkt zu warten.
Natürlich gilt auch hier:
Eine positive Rendite ist nicht garantiert und vergangene Wertentwicklungen sagen nichts Sicheres über die zukünftige Entwicklung aus.
Muss ich den perfekten Zeitpunkt zum Investieren finden?
Das ist eine Frage, die sich gerade Anfänger häufig stellen.
„Soll ich jetzt investieren oder lieber warten, bis die Börse fällt?“
Das Problem: Niemand weiß zuverlässig, wann genau der perfekte Zeitpunkt gekommen ist.
Wenn du langfristig investieren möchtest, kann ein regelmäßiger Sparplan helfen, nicht ständig versuchen zu müssen, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu erwischen.
Du investierst dann beispielsweise jeden Monat einen festen Betrag.
Mal kaufst du bei höheren Kursen.
Mal bei niedrigeren.
Das kann dabei helfen, nicht ständig auf die Börse schauen zu müssen.
Und ganz ehrlich:
Du hast wahrscheinlich auch Besseres zu tun, als um 23:47 Uhr panisch auf dein Handy zu schauen, weil irgendein Börsenindex gerade 2 Prozent gefallen ist. 😅
Was Anfänger beim Investieren vermeiden sollten
Gerade wenn du mit wenig Geld anfängst, solltest du nicht versuchen, aus deinem kleinen Startkapital möglichst schnell ein Vermögen zu machen.
Denn genau dieser Gedanke kann dazu führen, dass man unnötig hohe Risiken eingeht.
Sei vorsichtig bei:
- angeblich garantierten Renditen
- dubiosen Trading-Gruppen
- Versprechen von schnellem Reichtum
- hochriskanten Einzelinvestments
- Produkten, die du selbst nicht verstehst
- Anlageentscheidungen aufgrund von Social-Media-Hypes
- ständigem Kaufen und Verkaufen aus Angst oder Gier
Investieren sollte kein Glücksspiel sein.
Und wenn dir jemand erzählt, dass du mit 100 Euro innerhalb weniger Wochen garantiert 10.000 Euro machen kannst, darf dein innerer Alarm ruhig einmal ziemlich laut werden.
Ein einfacher Einstieg könnte so aussehen
Wenn du gerade komplett am Anfang stehst, kannst du dein Vorgehen möglichst simpel halten.
Schritt 1: Verschaffe dir einen Überblick
Schau dir deine Einnahmen und Ausgaben an.
Wie viel Geld bleibt jeden Monat tatsächlich übrig?
Schritt 2: Lege deine Ziele fest
Warum möchtest du investieren?
Für deine Altersvorsorge?
Für finanzielle Freiheit?
Für eine größere Anschaffung?
Oder einfach, weil du langfristig Vermögen aufbauen möchtest?
Schritt 3: Baue eine finanzielle Grundlage auf
Überlege, welche Rücklagen du für unerwartete Ausgaben brauchst.
Schritt 4: Informiere dich
Verstehe die Anlage, bevor du dein Geld investierst.
Schritt 5: Starte klein
Du musst nicht sofort 500 Euro monatlich investieren.
25 oder 50 Euro können ein Anfang sein.
Schritt 6: Bleib langfristig
Versuche nicht, jede kurzfristige Bewegung des Marktes vorherzusagen.
Schritt 7: Überprüfe deinen Plan regelmäßig
Wenn sich dein Einkommen oder deine Lebenssituation verändert, kannst du deinen Sparbetrag entsprechend anpassen.
Investieren mit wenig Geld bedeutet nicht, dass du wenig erreichen kannst
Vielleicht hast du gerade noch nicht das Einkommen, das du dir wünschst.
Vielleicht studierst du.
Vielleicht bist du am Anfang deiner Karriere.
Vielleicht hast du momentan einfach nicht viel Geld übrig.
Das bedeutet nicht, dass du dich mit dem Thema Vermögensaufbau nicht beschäftigen kannst.
Du musst nicht heute reich sein, um langfristig bessere finanzielle Entscheidungen zu treffen.
Und du musst auch nicht sofort alles perfekt machen.
25 Euro sind besser als gar nicht anfangen. 50 Euro sind besser als gar nicht anfangen. Und Wissen ist sowieso ein ziemlich guter erster Schritt.
Dabei geht es nicht darum, jeden Cent dreimal umzudrehen oder dir dein komplettes Leben zu verbieten.
Es geht darum, bewusster mit deinem Geld umzugehen und dir langfristig mehr Möglichkeiten zu schaffen.
Denn finanzielle Freiheit beginnt nicht unbedingt mit einem riesigen Depot.
Manchmal beginnt sie ganz unspektakulär mit dem ersten kleinen Schritt.
Und vielleicht sind deine ersten 25 Euro genau dieser Schritt.
*Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision – für dich entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten.






